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Urvertrauen aufbauen: Was passiert, wenn die Bindungsperson selbst unsicher ist?

Urvertrauen ist weit mehr als ein schönes Gefühl – es ist unsere biologische Überlebensgarantie.

 

Entwicklungspsychologisch betrachtet ist es die fundamentale, unbewusste Gewissheit, dass die Welt ein sicherer Ort ist und seine Bedürfnisse prompte und angemessene Antworten finden.

 

Doch was, wenn du als Bindungsperson dieses Fundament in dir selbst als brüchig erlebst? 

Die Entstehung: Eine Antwort auf das Leben

Das Fundament für sichere Bindung & Urvertrauen wird weitaus früher gelegt, als viele vermuten.

Aus der modernen Bindungsforschung und der Entwicklungspsychologie wissen wir: Das Gespräch zwischen den Nervensystemen beginnt bereits im Mutterleib. 

 

Schon während der Schwangerschaft empfängt das Kind über die mütterlichen Botenstoffe die ersten Nachrichten über die Welt: Ist das ein sicherer Ort für mich? Bin ich willkommen?

 

Und jede stimmige Antwort auf ein Bedürfnis des Säuglings durch die Bindungpersonen verfestigt seinen sicheren Boden.

 

Ob bei Hunger, Schmerz oder Sehnsucht nach Nähe: Die verlässliche Resonanz ist das Baumaterial für die Entwicklung des Urvertrauens.

 

Wenn Bindung fehlt: Die Ur-Angst als Schatten des Lebens

Bleibt diese Resonanz aus, ensteht ein tiefes Ur-Misstrauen – eine oft unbewusste Angst, die wie ein Grundrauschen ein Leben lang im Hintergrund mitschwingen kann.

 

Wo kein Boden für Vertrauen bereitet wird, entsteht ein Vakuum, das in der Bindungsforschung als Ur-Angst bezeichnet wird.

 

Sie ist wie eine existenzielle Erschütterung zu verstehen, die eintritt, wenn ein Kind – oft schon im Mutterleib oder während einer traumatischen Geburt – die Sicherheit vermisst.

 

Bleibt die feinfühlige Begleitung der Bezugspersonen aus, lernt das Nervensystem: "Ich bin allein in dieser Gefahr." 

In diesen Momenten geht es für das Kind um ein Gefühl des nackten Überlebens.

 

Und solch eine unbewältigte Angst verschwindet nicht einfach.

 

Sie wurzelt tief im Inneren und kann sich später in Panikattacken, emotionalen Blockaden oder einer ständigen, unerklärlichen, inneren Unruhe zeigen.

 

All diese wissenschaftlichen Erkenntnisse klingen wahrscheinlich für die meisten Menschen im ersten Moment sehr dramatisch.

 

Doch durch die Bindungsforschung (schau dazu gerne auch auf unser SAFE® -Programm) zeigt sich auch der Ausweg: Sichere Bindung ist das mächtigste Werkzeug gegen diese Ur-Angst!

 

Obwohl ohne Zweifel die frühen Kindheitsjahre den fundamentalen Boden bereiten, ist Bindung keine statische Eigenschaft, die einmalig festgelegt wird, sondern ein lebenslanger Prozess. 

 

Durch echte Resonanz und die Erfahrung, wirklich gesehen zu werden, können selbst tiefe Ur-Ängste Schritt für Schritt wieder in Urvertrauen verwandelt werden.

 

Das alte Gefühl von Schutzlosigkeit wird durch die Sicherheit des "Nachnährens" ersetzt.  

Auch wenn der Start nicht optimal war oder das Fundament Risse bekommen hat – ob bereits in der Schwangerschaft oder nach der Geburt – das Urvertrauen ist also nicht hoffnungslos verloren.

 

Denn tiefe Verbundenheit ist keine Einbahnstraße, sondern ein Weg, den wir jederzeit neu einschlagen können

 

In meinem beruflichen Wirken nutze ich gerne unter anderem das Rebonding – ganz ohne Druck, dafür mit viel Feinfühligkeit.

 

Das bedeutet: Ich schaffe mit dir gemeinsam die Resonanz, die damals fehlte.

 

Wie ein Anker, den wir nachträglich setzen.

 

Besonders wichtig dabei: Es geht nie um eine perfekte Ausrichtung, sondern einfach darum, sich dafür generell zu öffnen.

 

Denn wir alle haben unser eigenes, individuelles Tempo und du und dein Kind sowie dein eigenes inneres Kind dürfen erfahren: "Ich bin jetzt sicher. Ich bin willkommen. Ich bin genug und gut, so wie ich bin." 

Rebonding kennt kein Alter - Heilsame Rückverbindung ist immer möglich

Natürlich gilt: Je eher, umso besser. Doch es gibt kein Verfallsdatum für die Möglichkeit des Nachnährens unserer Bindungsmuster.

 

Es ist also nie zu spät für eine Stärkung des Urvertrauens. Sondern ein Weg für die innere, sichere Basis, der immer offensteht – egal, wie jung oder alt man ist. 

 

In meiner Begleitung nutzen wir diese Prozesse, um die alten Echos der Ur-Angst zu beruhigen und uns das Ur-Vertrauen zurückzugeben.

 

Ob unterstützt durch Körperarbeit, bewusstes Sein mit dem inneren Kind, feinfühlige Co-Regulation oder Seelen-Readings: Die Verbindung zu uns selbst und zu anderen kann jederzeit neu geknüpft werden. 

 

Wir dürfen uns heute die Resonanz und die Sicherheit schenken, die wir früher so schmerzlich vermisst haben. So wird aus dem alten Mangel eine neue, emotionale Freiheit – für uns selbst und für alle Generationen, die nach uns kommen.



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💝lichen Dank & alles Liebe 

Deine Sylvia Schütz 


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