Der Begriff des „inneren Kindes“ begegnet uns mittlerweile fast überall.
Doch oft wird er so unpräzise verwendet, ja, leider auch immer mehr ins Lächerliche gezogen, so dass er albern, unwichtig oder dumm rüberkommt.
Und seine eigentliche Bedeutung mit der damit verbundenen Tiefe verloren geht.
Wer diese Anteile belächelt, schützt damit meistens nur die eigene, mühsam aufgebaute Schutzmauer.
Es ist oft viel leichter, Spott als Schild zu nutzen, als sich den eigenen, tief vergrabenen Verletzungen zu stellen. Doch Härte und bloßes Funktionieren sind keine emotionale Reife – sie zeigen meistens nur die erstarrte Anpassung des verletzten Kindes von damals.
Wer das Kind in sich mundtot macht, schneidet sich vom Schmerz ab – verliert aber gleichzeitig den Zugang zu echtem inneren Frieden.
Denn hinter dem Wortschleier der "inneren-Kind-Arbeit" verbirgt sich in Wahrheit für ganz viele eine sehr greifbare Realität ihrer Vergangenheit: Ihre Bindungsgeschichte und die Art und Weise, wie ihr Nervensystem auf Nähe und Sicherheit reagiert.
Wenn ich hier über diese Anteile schreibe, meine ich keine abstrakte Theorie, sondern das bewusste Verstehen innerer Zustände, damit du sie besser nehmen und entzerren kannst.
Wenn die Quelle des Trostes gleichzeitig Angst macht
Aus der Bindungspsychologie wissen wir: Ein Kind ist existenziell auf seine Bezugspersonen angewiesen. Was aber passiert, wenn genau diese Menschen – die eigentlich Schutz bieten sollten – zur Quelle von Unruhe oder Angst werden?
Das Kind gerät in einen biologischen Konflikt: Der innere Impuls sucht Nähe (um Trost zu finden) und gleichzeitig Distanz (um sich zu schützen). Da ein Kind aus seiner natürlichen Abhängigkeit heraus weder fliehen noch kämpfen kann, wählt die Psyche oft einen stillen Ausweg: Sie schaltet in einen Schutz-Modus.
In diesen Momenten bricht die Verhaltenssteuerung kurzzeitig zusammen. Das Kind erstarrt oder zieht sich innerlich zurück. In der Fachsprache nennen wir das dissoziative Prozesse.
Ansich ein kluger Überlebensmechanismus, der jedoch als „blinder Passagier“ in unser Erwachsenenleben mitreisen kann und dort unsere Beziehungsfähigkeit beeinflusst. Zumindest solange, wie wir ihn nicht als solches erkennen.
Woran du diesen Schutz-Modus heute festmachen kannst:
Diese frühen Erfahrungen formen unsere innere Landkarte. In engen Beziehungen kann es passieren, dass die alten Programme unbewusst wieder anspringen – oft genau dann, wenn wir uns eigentlich nach tiefer Verbindung sehnen.
Vielleicht kennst du das bei dir selbst oder deinem Partner:
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Die Dynamik von Annäherung und Rückzug: In einem Moment suchst du sehnsüchtig Nähe, doch sobald es „zu gut“ oder verbindlich wird, entsteht eine Art innere Not. Du ziehst dich vielleicht plötzlich zurück oder ein kleiner Konflikt sorgt unbewusst für einen tiefen Graben und Du gehst auf Distanz. Es ist, als würde ein innerer Wächter dieses Zuviel an Nähe als Gefahr einstufen.
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Momente der Abwesenheit: Bei emotionalem Stress frierst du plötzlich ein, du wirkst wie versteinert und starrst ins Leere. Vielleicht nimmst du Geräusche und Stimmen nur noch wie „von weit weg“ wahr oder du fühlst eine Art Taubheit in dir. Das bedeutet: Dein System hat sich in den Schutz-Modus geschaltet, um dich vor Überwältigung zu bewahren.
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Ständige Alarmbereitschaft: Du fühlst dich oft, als müsstest du ständig „auf der Hut“ sein (Hypervigilanz), selbst wenn objektiv betrachtet alles sicher ist. Dein Nervensystem ist wie ein Scanner, der permanent nach möglichen Gefahrenquellen Ausschau hält. Dein Körper muss dadurch einen dauerhaften Überlebensmodus am Laufen halten (Fight or Flight) und das wiederum kann sich stark auf dein Energielevel auswirken: Der sog. Burnout oder chronischer Erschöpfungszustand sind oft die Folge davon.
Ein Erbe, das Bewusstsein braucht
Dieses "nervliche Erbe" wurde und wird meist unbemerkt über Generationen weitergegeben.
Wenn Eltern in Stressmomenten selbst in diese Abwesenheit gleiten, nimmt das Kind diese Lücke wahr und lernt: Verbindung ist unsicher.
Doch die gute Nachricht ist: Wir sind diesen Automatismen nicht mehr ausgeliefert und es gilt wach zu werden für das, was da ist.
Ob wir die Wissenschaft oder Zugänge der bewussten Spiritualität nutzen (die sich ohnehin immer mehr annähern bzw. zueinander finden): Nicht integrierte Erfahrungen, die noch keinen sicheren Platz in uns gefunden haben, dürfen sich mit Bewusstsein und Präsenz füllen.
- Es geht nicht darum, an etwas Bestimmtes glauben zu müssen oder alles Unangenehme weghaben zu wollen
- Sondern sich der Wirkkraft seiner selbst bewusst zu werden und nichts mehr verstecken zu müssen, weder das Gute noch das augenscheinlich Schlechte
- Und vor allem geht es darum, das Vertrauen in die eigene Biografie und sein SO SEIN zurückzuholen.
Neue Erfahrungen im eigenen, sicheren Hafen schaffen
Durch bloßes Analysieren und ständiges Wiederkäuen der Vergangenheit entsteht kaum Veränderung.
Im Gegenteil: Es nährt nur immer wieder den alten Boden, der ständig neu beackert wird.
Es braucht eine neue Ausrichtung: Das Erleben von Sicherheit im Kontakt - vor allem mit sich selbst.
In meiner Begleitung geht es mir darum, Dir die Tür dafür zu öffnen und eine neue Basis mit Dir zu schaffen.
Damit aus der inneren Zerrissenheit echte Verbundenheit und emotionale Freiheit wachsen können.
Dieser Prozess trägt heilsam dazu bei, dass du dich aus alten Verstrickungen löst und den Weg des Nachreifens gehst, auf dem die alten Schutzmechanismen zur Ruhe kommen dürfen. ⚓️✨
Wenn du diese Schritte nicht alleine gehen möchtest, bin ich für dich da. Schreib mir gerne eine Nachricht und wir schauen gemeinsam, wie ich dich unterstützen kann.
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💝lichen Dank & alles Liebe
Deine Sylvia Schütz
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