Vielleicht hast du Sätze wie diese schon oft gehört: „Du bist einfach zu dünnhäutig.“ „Nimm dir doch nicht immer alles so zu Herzen.“
Oder im schlimmsten Fall, wenn deine intensiven Wahrnehmungen das logische Denken deines Umfelds komplett sprengen: „Ich bin mir sicher, du steigerst dich da in etwas hinein. Das ist doch nicht mehr normal. Das ist ja schon fast eine Psychose.“
Wenn du als hochsensibler Mensch in dieser oft sehr lauten Welt aufwächst, die auf Lautstärke, Schnelligkeit und Abgrenzung programmiert ist, wird deine größte Gabe schnell zu deinem größten Stigma. Du wirst als „labil“ abgestempelt. Genau deshalb mir ist wichtig, dir an dieser Stelle zu sagen:
Du bist weder labil noch krank. Und alles andere als verrückt.
Was sich für dein Umfeld manchmal wie emotionale Instabilität anfühlen mag, ist in Wahrheit etwas völlig anderes: Ein neurobiologisches Persönlichkeitsmerkmal, das permanent wie eine Hochleistungsantenne in HD empfängt.
Der feine (und überlebenswichtige) Unterschied: Wahrnehmung vs. Regulation
Um dich von falschen Vorwürfen im Außen zu befreien, dürfen wir die Begriffe einmal ganz sauber und messerscharf voneinander unterscheiden:
- Hochsensibilität (HSP) ist keine psychische Störung oder Krankheit. Deshalb wirst du dafür auch niemals einen offiziellen medizinischen Diagnoseschlüssel in einer Krankenakte finden – denn es gibt in dem Sinne nichts zu „heilen“.
- Vielmehr ist es so, dass du mit einem Nervensystem geboren wurdest, das einfach ein bisschen feiner tickt. Rund 15 bis 20 Prozent der Menschen teilen mit dir diese Eigenschaft. Dein vegetatives Nervensystem und dein Gefühlszentrum arbeiten auf Hochtouren.
- Reize – egal ob laute Geräusche, grelles Licht, ungefilterte Stimmungen oder die unausgesprochenen Konflikte im Raum – werden dadurch viel tiefer verarbeitet. Hochsensibilität ist also schlichtweg die Tiefe deiner Wahrnehmung. Um diese Ausprägung ganz ohne Stigmatisierung messbar zu machen, nutzt die Psychologie heute standardisierte Fragebögen, wie die bekannte Highly Sensitive Person Scale (HSPS), ein kostenloser Hochsensibilitätstest.
- Emotionale Labilität hingegen beschreibt die Reaktion und die Fähigkeit zur Emotionssteuerung. Sie beschreibt schnelle, oft ganz unvorhersehbare Stimmungsschwankungen und eine verminderte Regulationsfähigkeit der Gefühle, was wiederum mit chronischen Stressmustern oder mit unverarbeiteten Traumatas zu tun haben kann.
Ein hochsensibler Mensch, der sich nach einem langen Tag im Großraumbüro wie erschlagen fühlt, der sich schneller überreizt und weinerlich fühlt oder sich erstmal wortlos zurückziehen muss, sollte nicht gleich mit psychisch labil abgestempelt werden.
Im Gegenteil reagieren die Sinne seines System vollkommen gesund und seinem Naturell entsprechend auf eine extreme, unnatürliche Reizüberflutung.
Wenn das Unverständnis anderer tiefe Wunden in dir reißt
Menschen aus deinem Umfeld machen dir regelmäßig Vorwürfe oder halten dir sogar vor, du hättest eine Pychose?
Das kann sehr schmerzhaft sein und dein Selbstvertrauen negativ beeinflussen, vor allem, wenn du bereits in deiner Kindheit mit solchen Aussagen konfrontiert wurdest.
Dann hast du wahrscheinlich seitdem immer wieder krampfhaft deine Antennen eingefahren, an deinem Verstand gezweifelt und begonnen, dich klein zu machen und dein inneres Licht unter den Scheffel gestellt.
Doch warum scheinen gerade Hochsensible andere Menschen oft so zu triggern?
Weil sie feinfühlig Dinge spüren, die andere einfach nicht so ohne weiteres wahrnehmen können:
- Du merkst zum Beispiel sofort die eisige Stimmung zwischen zwei Menschen, obwohl beide lächeln.
- Du bist besonders geräusch-, geruchs- oder lichtempfindlich
- Du nimmst die Schwingung eines Raumes wahr, bevor überhaupt das erste Wort gesprochen wurde.
- Du fühlst dich in der Gegenwart von bestimmten Menschen unwohl - ohne es genauer erklären zu können. Wochen oder Monate später bekommst du im Außen die Bestätigung deines Gefühls.
Wenn jedoch dein Umfeld für solche feinen Zwischentöne blind, vielleicht auch eher unsensibel ist, reagiert es oft mit Abwehr: „So ein Quatsch! Das bildest du dir doch nur ein!“
Aus dieser Hilflosigkeit der anderen entsteht schnell der Vorwurf der Labilität oder die pathologisierende Schiene, dir eine psychische Störung oder gar eine Psychose andichten zu wollen.
Die Schnittmenge: Wann die Superkraft zum stürmischen Meer wird
Natürlich kann es als HSP verhältnismäßig leicht passieren, dass du deine Grenzen permanent übergehst.
Weil du versuchst, in einer lauten Welt „zu funktionieren“ und dein Nervensystem mit chronischer Dauerüberlastung darauf antwortet.
Ohne deinen inneren, sicheren Hafen, ohne bewusste Rückzugsorte und ohne die Möglichkeiten der emotionalen Regulation, schlägt die reine Wahrnehmung irgendwann in Labilität um.
Dein System ist dann so erschöpft, dass du von den eigenen Emotionen förmlich überrollt wirst.
Warnsignale wie chronische Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Ängste zeigen dir dann, dass dein innerer Anker den Halt verliert.
Wie du deine Hochsensibilität zurück in die Kraft holst ⚓️
Der Weg aus der vermeintlichen Labilität führt nicht darüber, dass du dich „abhärtest“ oder deine Gefühle wegdrückst. Er führt über die radikale Annahme deines Naturells:
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Reize dosieren statt Gefühle bekämpfen: Schaffe dir im Alltag kompromisslose Ruhephasen. Das ist kein Luxus, sondern die Betriebsanleitung für dein Nervensystem.
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Setze Grenzen für deinen Selbstschutz: Ein klares „Nein“ zu den Erwartungen anderer ist ein leuchtendes „Ja“ zu deinem eigenen Schutzraum.
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Somatische und emotionale Regulation: Lerne, dein vegetatives Nervensystem aktiv zu beruhigen – durch Achtsamkeit, Atemarbeit oder das bewusste Spüren deines Körpers. Wenn dein System lernt, dass es sicher ist, mutiert die Reizüberflutung wieder zu dem, was sie eigentlich ist: eine reine, glasklare Information aus deinem Selbst heraus.
Deine feinfühlige Wahrnehmung ist keine Schwäche, die therapiert werden muss.
Sondern eine tiefgründige Bereicherung für diese Welt.
Sobald du lernst, dein Nervensystem liebevoll zu regulieren und dich von den Projektionen deines Umfelds abzugrenzen, wird aus der vermeintlichen Labilität deine größte Superkraft: Dein ganz eigenes, unerschütterliches inneres Licht.🌟
Du willst wissen, was wirklich hinter deinen feinen Antennen – oder denen deines Kindes – steckt, und suchst nach einem alltagstauglichen, liebevollen Umgang mit dieser wertvollen Gabe?
Lass uns gemeinsam deinen inneren Anker werfen. Ich bin an deiner Seite, um mit dir deine Feinfühligkeit Schritt für Schritt zurück in die einzigartige Power zu holen, die du in Wahrheit bist. 🚀
Schau dich gerne auf meiner Webseite um und kontaktiere mich ganz unverbindlich. Ich freu mich auf dich!
Deine Sylvia Schütz
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