Die natürliche, menschliche Reaktion auf das Weinen eines Babys ist ganz oft Stress, Frustration und der Drang, es sofort zu stoppen.
Manche Eltern identifizieren sich auch so stark mit dem Ausdruck ihres Kindes, dass die Grenzen zwischen Eltern und Kind verschwimmen. D.h., die Not und der Schmerz des Kindes wird so intensiv erlebt, dass sie selbst immer wieder in einen Zustand von Panik und Überforderung geraten.
Auch erlebe ich immer wieder, dass bereits werdende Mütter und Väter große Angst davor haben, einem weinenden Baby nicht gerecht zu werden.
Das ist verständlich, denn das Thema birgt natürlich ein hohes Stresslevel in sich. Vielen werdenden Eltern fehlt zudem die Eigenerfahrung mit Säuglingen und Kleinkindern und möchten sich deshalb bereits im Vorfeld informieren, wie man Babyweinen deuten und leichter verstehen kann.
Doch ein ganz entscheidender Punkt bleibt oft unerkannt, denn:
👉Das Weinen selbst ist meistens gar nicht das primäre Problem.
Sondern das größte Dilemma entsteht oft erst dann, wenn wir uns als Eltern mit dem Weinen identifizieren und somit leicht in die Überzeugung verfallen:
Und genau diese Art von Glaubenssätzen machen eine ursprünglich ganz natürliche Verhaltensweise eines Säuglings zu einer persönlichen Anklage gegen uns selbst.
Dadurch kann großer, innerer Druck entstehen, der es erst recht erschwert, möglichst ruhig und gelassen zu bleiben.
Was erschwerend hinzukommt: In vielen Kulturen gilt ein weinendes Kind in der Öffentlichkeit als peinlich oder störend. Eltern übernehmen oft gesellschaftliche Urteile von Außenstehenden und das Weinen wird so zu einer Quelle von Schamgefühlen.
Was in solch einer Situation oft hilfreich ist, erstmal einen Perspektivwechsel einzunehmen:
Weinen ist die stärkste Form der kindlichen Kommunikation
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Wenn ein Baby schreit, ist das in erster Linie seine Sprache und ein wichtiges Signal: "Achtung! Ich brauche etwas (Nahrung, Nähe, Schlaf). Ich bin überreizt oder fühle mich nicht wohl."🤱
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Das Schreien eines Kindes ist also wertfrei und urteilt nicht über die Kompetenz der Eltern und (ganz wichtig!) :
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Deine Aufgabe ist es gar nicht, das Weinen sofort beenden zu müssen, sondern auf die Botschaft dahinter feinfühlig zu reagieren, entsprechend zu interagieren und dabei möglichst liebevoll mit Dir selbst und dem Baby präsent zu bleiben.
Der Schlüssel zu mehr Gelassenheit
Erlaube Dir, Sätze zu denken und zu fühlen wie zum Beispiel:
- "Mein Baby weint gerade, weil es mir etwas mitteilen will."
- "Durch das ständige Weinen fühle ich mich frustriert / müde / genervt / ausgelaugt, doch das ist in Ordnung. Ich bin trotzdem eine liebevolle Mama / ein fähiger Papa."
- "Mein Kind darf sich durch Weinen ausdrücken."
- "Es ist in Ordnung, wenn ich nicht gleich eine Lösung parat habe. Ich bin trotzdem für mein Baby da und das spürt mein Kind."
Merkst du durch das Lesen und Einsinken lassen dieser Sätze, wie du dem Weinen deines Kindes die Macht über deinen inneren Zustand nehmen kannst? 💗
Wenn du aufhörst, dich selbst zu verurteilen, ohne das Weinen deshalb bagatellisieren zu müssen, veränderst du bereits Dein Fundament, weil Du dem Umgang mit dir selbst eine andere Form einräumst.
Meistens verschwinden zwar alte Glaubenssätze nicht gleich über Nacht (was durchaus normal ist, denn es sind i.d.R. uralte Muster, die wir mit uns herumschleppen. Und wir bekommen den achtsamen Umgang mit Kindern leider auch nicht in der Schule oder irgendwoanders beigebracht. Es sei denn, wir hatten das Glück, selbst mit sehr feinfühligen Eltern aufgewachsen zu sein).
Doch ich möchte Dir Mut machen: Es ist alles erlernbar.
Und wenn du immer wieder zu dir selbst und zu deiner veränderten Perspektive zurückkehrst, wirst du den Unterschied auch immer deutlicher bemerken.
Du wirst ruhiger auf die Verhaltensweisen deines Kindes reagieren können. Und das ist letztlich ein entscheidender Baustein, um der in sich ruhende Hafen für dich selbst und deine Familie sein zu können, der du vermutlich sein willst.
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du tiefer tauchen möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.
Ich zeige dir, wie du dein Kind und dich selbst mit all den unterschiedlichen Emotionen, die ein Familienleben so mit sich bringt, noch besser verstehen und damit umzugehen lernst.
In meinem Bindungskurs Glückskinder gehe ich ganz individuell auf deine Themen ein. Im SAFE-Kurs ("Sichere Ausbildung für Eltern") legen wir das starke Fundament für sichere Bindung bereits ab der Schwangerschaft.
Lass uns gemeinsam deinen Anker werfen. ⚓️
Alles Liebe, Deine Sylvia Schütz
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