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Was Erwachsene im Umgang mit Babys lernen und wie sie sich vom Förderwahn lösen dürfen


Ein Baby / Kleinkind, das seine ersten Schritte in einer vorbereiteten Umgebung macht und seine Mutter entspannt und dennoch aufmerksam daneben sitzt, symbolisch für einen liebevollen Umgang im Sinne von sicherer Bindung und bindungsbasierter Achtsamkeit.
"Wenn wir den inneren, spontanen Impulsen eines Kindes vertrauen, kann es die Welt in seiner ganz eigenen Art und Weise erfahren."

Wenn es um den Umgang mit Babys geht, neigen wir in unserer Gesellschaft als Erwachsene gerne dazu, alles zu bewerten, zu optimieren und zu beschleunigen.

 

Doch sichere Bindung und eine gesunde emotionale Entwicklung, die das stärkste Fundament überhaupt für unser menschliches Urvertrauen herstellen, entstehen viel weniger im kollektiven Förderwahn als in den Momenten, in denen wir uns zurücknehmen und einen Schritt zur Seite treten.

 

Wenn wir gesellschaftlich in der Lage sind zu lernen, was uns bereits die Allerkleinsten beibringen können, schenkt uns das eine ganz neue Leichtigkeit für unseren allzu oft stressigen und problembehafteten Alltag.

 

Und nimmt somit Eltern-Kind-Beziehungen jeglichen Erwartungs-und Leistungsdruck. 

 

Die vorbereitete Umgebung: Raum für das eigene Tempo

Ob ein Baby sich noch ungeschickt im Vierfüßlerstand übt, minutenlang aufmerksam seine eigenen Hände betrachtet oder im Eltern-Kind-Kurs einfach nur sicher auf dem Schoß von Mama oder Papa sitzen und beobachten möchte – alles darf sein und ist genauso richtig, wie es sich zeigt. 

 

Wahre Entwicklung geschieht immer ganzheitlich und will auch so betrachtet werden.

 

Sie zeigt sich eben nicht nur am Grad der messbaren Grobmotorik und den großen Meilensteinen wie Sitzen, Stehen, Laufen, sondern ebenso in der feinen Mimik, der Feinmotorik, dem ersten Sozialverhalten und dem Aufleuchten des eigenen inneren Lichts im Zuge der fortschreitenden Entwicklung.

 

Wer sich tiefer mit Freier Bewegungsentwicklung befasst, stellt schnell fest: Es gibt keine faulen Babys.


Doch jedes hat seinen individuellen Rhythmus und bereits eigene Präferenzen. Und daran ist nichts besser oder schlechter. Es ist die Freiheit der Individualität. 

 

In einem vertrauensvollen Rahmen, so wie ich ihn lebe, also ganz ohne Druck von außen, trauen sich auch erstmal scheu wirkende Kinder Schritt für Schritt mehr zu.

 

Weil sie instinktiv spüren, dass sie so gewertschätzt werden, wie sie sind und in ihrem eigenen Tempo, mit all ihren faszinierenden Facetten, wachsen dürfen.

 

Durch Tausende von Kindern, die ich bereits begleitet habe, durfte ich immer wieder erfahren:

Es braucht keine ständige Optimierung, keine frühen Leistungstests oder vorgegebenen Spielregeln.

 

Wenn wir den inneren, spontanen Impulsen eines Kindes vertrauen, kann es die Welt in seiner ganz eigenen Art und Weise erfahren.

 

Was sie also wirklich brauchen, ist eine einladende, altersgerecht gestaltete Umgebung und vor allem: Entspannte Begleitung und Zeit durch Menschen, denen sie vertrauen. 

 

Bindungsbasierte Achtsamkeit: Der Schatz ist immer dort, wo du gerade stehst

Eine Haltung von zurückhaltender Anteilnahme lädt uns Erwachsene dazu ein, immer wieder im Hier und Jetzt anzukommen und unseren eigenen Leistungsdruck abzulegen, ganz egal, wo wir uns gerade befinden. 

 

Der Philosoph Martin Buber hat das einmal in wunderschöne Worte gefasst und sie begleiten mich und "mein schützling" schon sehr lange: 

„Es gibt etwas, was man an einem einzigen Ort in der Welt finden kann. Es ist ein großer Schatz, man kann ihn die Erfüllung des Daseins nennen. Und der Ort, an dem dieser Schatz zu finden ist, ist der Ort, wo man steht.“

Hier und jetzt - an diesem Ort – direkt auf der Spieldecke und mitten in unserer leistungsorientierten Welt – liegt dieser Schatz. Und um ihn zu heben, braucht es das, was ich bindungsbasierte Achtsamkeit nenne.

 

Ich muss gestehen: Klassische Achtsamkeits-Tools hatten für mich oft etwas Einstudiertes.

 

Immer wieder fühlte sich etwas daran nicht 100%ig nach mir an, z. Bsp. wenn ich mich selbst dazu auffordern musste, mich ganz allein auf ein Kissen zu setzen und Gedanken zu beobachten. 

 

Deswegen ist meine bindungsbasierte Achtsamkeit in erster Linie dafür gedacht, auch den eigenen Triggern und Emotionen mit dem schützenden Blick der Bindungspsychologie zu begegnen.

 

Genau dort, wo du gerade stehst, wirst du dir selbst zu dem heilsamen und sicheren Hafen, den du als Kind vielleicht öfters vermisst hast. Und kannst dir nochmal auf ganz andere Weise begegnen. 

 

Co-Regulation im Innen schenkt Freiheit im Außen

Wenn wir Erwachsenen lernen, unser eigenens Nervensystem durch bindungsbasierte Achtsamkeit liebevoll zu co-regulieren, verändert sich unser Blick auf die Kinder auf eine wunderbar befreiende Weise:

  1. Für das Kind: Es erfährt die höchste Form von Respekt und Urvertrauen. Es spürt, dass wir Großen als sicherer Anker im Raum präsent sind, ohne seine Entwicklung beschleunigen zu müssen. Es ist kein „Projekt“ mehr, das optimiert werden soll, sondern es darf einfach Sein.

  2. Für uns Erwachsene: Wir dürfen die Lasten ablegen, stets den perfekten Förderplan erfüllen zu müssen. Indem wir im Inneren liebevoll für uns selbst sorgen und erfahren dürfen, wie sich Co-Regulation auf leichte Weise anfühlen kann, nehmen wir Druck aus unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Das schenkt uns nicht nur eine völlig neue Lebensqualität, sondern echte emotionale Freiheit und sogar kollektive Entlastung. 

Die Balance zwischen ungeteilter, liebevoller Aufmerksamkeit (wie beim Baden, Wickeln oder Füttern) und dem vertrauensvollen Begleiten im freien Spiel ist ein wahrer Goldschatz für die ganze Familie.

 

Es geht um echte Beziehung statt starrer Erziehung. Oder anders formuliert:

  • Du musst dich nicht verausgaben, um den Weg für dein Kind zu ebnen. Du darfst einfach der sichere Hafen sein, an dem sein Boot anlegen kann, wann immer es Schutz und Nähe braucht. 🌊

Mit den starken Emotionen seines Kindes endlich so umgehen zu können, ohne dass man später deswegen ein schlechtes Gewissen haben muss, stärkt die eigene Haltung ungemein.

 

Und ja, falls deine Kinder schon größer sind und du das Gefühl hast, bereits vieles vermasselt zu haben: Es ist nie zu spät, um sich selbst und anderen neu zu begegnen. Dann melde dich gerne erst recht bei mir.

 

Ich freue mich auf dich!

Deine Sylvia Schütz



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